Warum man beim Investieren Risiko in Kauf nehmen muss und Aktien die sichere Option sind

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Warum man beim Investieren Risiko in Kauf nehmen muss und Aktien die sichere Option sind

Geld investieren Möglichkeiten - man muß ein Risiko eingehen um überhaupt noch eine Redite zu erzielen


Aktien und Dividendenpapiere sowie Anleihen und Obligationen sind die beiden grossen Instrumente und Anlagemöglicheiten des Finanzmarktes. 


Klassische Theorien gehen davon aus, dass Anleihen, Obligationen oder Festgeld die sichere Möglichkeit darstellen um Geld zu investieren oder anzulegen. Die Welt hat sich aber geändert seitdem Staaten und Zentralbanken die Zinsen unter null gebracht haben und grosse Mengen an Geld zur Verfügung stellen. Negative Zinsen auf Anleihen, Obligationen oder Festgeld bedeuten, dass ein Anleger weniger Geld zurück bekommt, als er ursprünglich angelegt hat. Festgeldangebote in exotischen Ländern wie Malta, Zypern, Panama oder Brasilien oder mittelständischen Unternehmen, die vielleicht noch ein oder zwei Prozent Zinsen einbringen beinhalten auch ein hohes Risiko. Obwohl die Inflation (also der Verlust des Wertes des Geldes) gering ist besteht die Möglichkeit, dass zu den negativen Zinsen der Wert des Geldes noch zusätzlich sinkt. Ein Substanzverlust der Anlage ist dadurch vorherbestimmt.


Es gibt keine risikofreie Rendite mehr! Überhaupt keine Risiken einzugehen ist das größte Risiko


Es gibt zwei Denkschulen:

1.     Aktien und Dividendenpapiere sind ein großes Risiko

2.     Im Vergleich mit Anleihen sind Aktien und Dividendenpapiere sicherer


Dieser Artikel konzentriert sich auf die Rolle von Aktien und Dividendenpapiere auf lange Sicht.

Ab und zu schaut man in die Zeitung und liest über den neuen Hochstand an der Börse und fragt sich, warum man nicht mehr investiert hat. Das Zögern kann mit der berühmten Börsentheorie erklärt werden: Behavioral Finance, welche sich mit der Psychologie der Anleger beschäftigt. Nach dieser Theorie sind Investoren eher zu Angst und Verlust und weniger zu Spannung und Gewinn geneigt, was manchmal zu irrationalem handeln führt. Die Last, den Verlust zu tragen, ist schwerer als zusätzliches Einkommen in die Hände zu bekommen. Dies ist der Grund, warum einige Anleger einfach die Augen schließen und die Langzeitrolle von Aktien nicht sehen.

Im Vergleich zu einigen hochgelobten Staatsanleihen haben Investitionen in Aktien über Zeit ein höheres Wachstumspotential.

 

Die Geschichte des Aktienwachstums:


Der Erfolg von Aktion über einen längeren Zeitraum ist keine Überraschung. Wenn man tief in die Grundlagen sieht, d.h. makroökonomisches Wachstum, gab es, vor allen in einigen Industrieländern,  ein enormes Wachstum des Massenwohlstandes in den vergangenen 200 Jahren. Messungen des realen Bruttosozialprodukts zeigen, dass einige Industrieländer wie Großbritannien, Frankreich oder USA ein durchschnittliches Wachstum von ca. 4 %, 3 % und 3 % pro Jahr seit 1800 hatten.

Vor nicht allzu langer Zeit waren die Aktionäre diejenigen, die am meisten von diesem Wohlstand profitierten. Der Hintergrund dafür waren ihre Aktien, die ihren Anteil am Eigenkapital darstellen, welches der Schlüssel ihrer Teilnahme am produktivsten Vermögen ist. Es gibt kaum andere Arten von Investition, die die gleichen Möglichkeiten bieten.

Wenn man in der Vergangenheit der USA gräbt, dann bemerkt man, dass der Gewinn verschiedener Unternehmen seit 1900 mit fast 4 % gestiegen ist.

 

Aktien und Inflation


Während den vergangenen Jahrhunderten, einschließlich der Gründerkrise 1871 und der Schuldenkrise in 2008, wurden Unternehmen mit einer großen Anzahl Krisen konfrontiert. Jedoch lernten Unternehmen während und nach Krisen eine wichtige Lektion: Krisen sind Teil des Wohlstandes. Laut Joseph Schumpeter, die Kunst etwas Altes zu zerstören ist ein Weg um etwas Neues zu schaffen.


Richtig investieren - langfristig steigen Aktien


Mit der Gewinnsteigerung der US-Unternehmen stiegen auch die Aktienpreise an der Börse. Im Zeitraum 1871 bis 2015 stieg der Preisindex von Standard & Poor’s 500 von 4,44 bis fast 2071,12 Punkte. Der Anstieg des Preisindexes entspricht ca. 4,33 % pro Jahr.

Um es einfach auszudrücken, wenn einer unserer Vorväter nur 100 Dollar in das Aktienportfolio investiert hätte, hätte man heute einen Vermögenswert von mehr als 18 Millionen Dollar.


Das ist der Grund dafür, dass Investieren in Aktien auf lange Sicht als erfolgreich angesehen wird, selbst wenn es für einige Anleger nervenaufreibend ist. Auf lange Sicht können Aktien mehr Gewinn bringen als Anleihen.

Die Investition in Aktion ist also immer ein Erfolg gewesen, selbst wenn es die Nerven von Investoren strapaziert hat. Langfristig kann man desweiteren auch erkennen, dass Aktien tatsächlich  höhere Renditen erzielen als Anleihen.


Das neue Normal - Staaten investieren in Aktien und finanzieren die Aktienkäufe über Staatsanleihen mit negativen Zinsen


Japan gilt als Vorreiter für Europa, viele wirtschaftliche Zusammenhänge finden in Japan Jahre bevor diese in Europa passieren statt. Die Japanische Regierung ist nur noch durch massives "Geld drucken" in der Lage die Wirtschaft am laufen zu halten und eine geringe Inflation zu erzielen. Japanische Anleihen und Obligationen haben deutlich negative Zinsen und die Zentralbank finanziert den Landesetat realtiv direkt mit jährlichen Anleihenkäufen von  688 Mrd Euro. Diese Summe reicht jedoch nicht und die Zentralbank kauft zusätzlich ETF (Exchange Traded Funds) und Aktien in Höhe von 52 Milliarden Euro jährlich (Quelle: N24). Dadurch findet ein direkter Anstieg von Aktien durch Aktivitäten der Zentralbank statt und es ist davon auszugehen, dass auch in Europa vermehrt mit Steuergeldern Aktien gekauft werden. Trotz eventuell möglicher Renditeschwächen können die Aktienkäufe die Europäischen (und Schweizer) Aktienpreise direkt erhöhen. Durch negative Zinsen auf Anleihen und Obligationen finanzieren die Staaten die Aktienkäufe. Eine Investition in Obligationen oder Staatsanleihen macht vor diesem Hintergrund keinen Sinn.

 

Sind Aktien und Dividendenpapiere sicherer als Anleihen?


Das ist eine anregende Theorie. Das hängt stark von den Investoren und deren Definition von Sicherheit, Risiko und vom aktuellen Anlagenhorizont. Wenn es um das Risiko einiger Anlageklassen kommt, wird dieses für gewöhnlich unter Berücksichtigung  der Volatilität oder Schwankungen gemessen. Wenn man das als Maßstab für Risiken anwendet, dann kann man mit Sicherheit sagen, dass Aktien in einigen Fällen riskanter sind im Vergleich zu anderen Investitionen. Niemand kann die Tatsache bestreiten, dass das Risiko des Verlustes bei Staatsanleihen viel niedriger ist als bei Aktien. Auf der anderen Seite allerdings kann man auch erkennen, dass der Gewinn im Vergleich zu Aktien geringer ist.

Es ist nicht möglich, das Risikoelement vollständig zu beseitigen. Es ist jedoch auch nicht unmöglich, das Risiko zu steuern. Die Bedeutung des Timings beim Investieren in Aktien ist geringer, je länger der Anlagenhorizont ist. Um es besser zu erklären, wir nehmen eine Person als Beispiel, die es bevorzugt, ihre Ersparnisse für fast fünf Jahre arbeiten zu lassen. Das Risiko für Verlust wäre geringer, wenn die Person eine Zeitspanne von 10 Jahren gewählt hätte. Um das Beispiel zu verdeutlichen, nehmen wir die Aktien (US) von S & P 500 als Exempel. Wenn man sich das Diagramm 3 anschaut, sieht man, dass die Leistung des Unternehmens ab 1800 für einen periodischen Zeitraum, d.h. 5 Jahren, gemessen wurde. 1916-1921 trat der schlimmste Fall ein, nämlich ein durchschnittlicher Verlust von über 11 %. Der beste Fall trat in den Jahren 1924 – 1929 ein, wo der Gewinn rund 27 % oder weniger war. Darüber hinaus ist es interessant zu sehen, dass auch die Staatsanleihen über einen Zeitraum von 10 Jahren während 5 dieser Jahre auch große Verluste einbüßen mussten. Nur wenn Anleger den Begriff Sicherheit unter Bezug auf die Erhaltung der Kaufkraft definieren würden, statt mit Aktienschwankungen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Aktien sich als sehr viel sichere als Staatsanleihen erwiesen hätten, wenn man von einem Investitionshorizont von 10 Jahren oder mehr ausgeht.


Die Durchschnittsanalyse für 10 Jahres-Perioden der letzten 215 Jahre deutet darauf hin, dass negative Ergebnisse für Aktien weniger dramatisch waren im Vergleich zum  Kurz- als auch Langzeitergebniss von Staatsanleihen. Während des Hochs von 1949 bis 1959 waren die Chancen für einen durchschnittlichen Aktionär 17 % Gewinn pro Jahr. Der durchschnittliche Verlust betrug dahingegen nur 4 % jährlich während 1911 bis 1921, d.h. während dem Ersten Weltkrieg, wie auch 1965 bis 1975, d.h. im Zeitraum der 1. Ölkrise. Allerdings hätten die Anleger in den Vereinigten Staaten mit Staatsanleihen einem großen Verlust von -5 % im Zeitraum 1971 bis 1981 entgegengesehen, da die Inflationsrate zu diesem Zeitpunkt hoch war.

 

Risiken von Aktien und Dividendenpapiern:


Wenn man eine noch genauere und tiefere Analyse von den vergangenen, jeweils Perioden von 30 Jahren,  durchführt, erfährt man eine Menge interessante Fakten im Bezug auf Investition in Wertpapiere. Das Risiko für Aktien im Vergleich zu Staatsanleihen wird von Aktionären zum Beispiel als höher eingeschätzt, allerdings mit kurzfristigerer Gewähr oder Schwingungsrisiko. Der durchschnittliche Gewinn im Verlauf der letzten 215 Jahre war fast 3,7 % jährlich. Es gab allerdings auch Tiefs von bis zu -0,4 % per Jahr im Zeitraum 1981 bis 2011, was bedeutet, dass Aktionäre und Anleihe-Investoren während dieser Phase auf der gleichen Seite waren, trotz dem sie das höchste Niveau an Volatilität aufwiesen.

Wenn man weitere Analysen der wichtigsten Renditen-Antriebsmotoren  durchführt, dann wird man feststellen, dass die Risikoschwankungen keine Überraschung sind. Die Risikoprämie muss aus dem Konflikt zwischen risikofreien Zinssätzen, Renditen, Inflation, Kredit als auch Zeitprämien und den Variablen die sich im Laufe der Zeit ändern, bestehen.


Laut Geschichte kann man also mit Sicherheit sagen, dass die Theorie richtig zu sein scheint, die besagt, dass Leute die es bevorzugen Risiken einzugehen, auf lange Sicht mehr Vorteile genießen, die aus den eingegangenen Risiken resultieren.


Eine weitere Analyse wird gemacht um die Leistung des Aktienmarktes in Bezug auf Renditen zu beurteilen.


Die Komponenten ergeben sich aus:

  • Die Beiträge aus den Dividenden
  • Gewinnsteigerung des Unternehmens
  • Mehr als eine Expansion an der Börse

                                                                                     
Aktien sind die langfristigen Gewinner - aber nur wenn nicht zu viele Kosten in der Verwaltung liegen

 Morningstart Fondperformance.


Wenn man ein Risiko mit Aktien eingeht sollte man darauf achten, dass nicht der gesamte durch das Risiko erworbene Gewinn durch übermässige Gebühren aufgefressen wird. Man kann in der Abbildung oben erkennen, dass über 10 Jahre gesehen die Lösungen mit niedrigen Kosten den Lösungen mit höheren Kosten deutlich überlegen sind.


Auf der anderen Seite zeigen Studien, dass es sich oftmals lohnt die Verwaltung des Vermögens in professionelle Hände zu legen, weil Anleger dazu neigen zu ungünstigen Zeitpunkten zu verkaufen und die Aktien nicht lange genug zu halten.

 

Abschließendes Urteil:


Unter Betracht, dass Inflation am Ende die ganze Kaufkraft einmal auffressen könnte, dann kann man mit Sicherheit sagen, dass Investoren die willig sind, ihren eigenen Reichtum zu verdoppeln, nicht diejenigen sind, die die größten Risiken eingehen.


Für Investitionen in Staatsanleihen und Festanlagen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Risiko in der momentanen Niedrig-Zins-Situation steigt statt sinkt, viel höher. Es wird erwartet, dass Zinssätze auf lange Sicht wieder steigen und es besteht Gefahr des Preisverlustes. Auf der anderen Seite ist es wahrscheinlicher, dass man mit Aktien Erfolg erlangt, allerdings nur dann, wenn die Risikoprämien weiterhin als attraktiv erscheinen. Darüber hinaus sollten Anleger sich auf Langzeitvorteile konzentrieren, während sie an ihrer Strategie zur Asset Allocation arbeiten.




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Showing 2 Comments
Avatar  Antowrt von Ways2Wealth Aiza 5 months ago

Nein, wenn Sie Idee hinter den Langzeitportfolios und Langzeitinvestments ist es, dass man keine Charts oder Aktien oder Börsen News verfolgen muss. Wenn Sie einmal ein Depot gekauft haben halten Sie es für Jahre bis eine neue Ausrichtung zwischen den einzelnen ETF Aktien und Obligationen Kategorien notwendig ist.

Avatar  Jonas 5 months ago

Ich überlege mir ein Depot anzulegen und Aktien online von einem Onlinebroker zu kaufen. Muss man dann nicht immer die Börsennews verfolgen um zu wissen wo SMI, Dax oder Dow Jones stehen?



Geld langfristig mit der Ways2Wealth Diversifikationsstrategie anlegen. Basierend auf ETF Fonds ein Portfolio erstellen und auch ohne klassische Vermögensberatung oder Aktienfonds einen Vermögensaufbau und professionelles Asset Management betreiben.

Wie man ein diversifiziertes Online-Finanz-Portfolio erstellt